Beachen und Biken unter der Sonne Kaliforniens

Wenn ich etwas gelernt habe auf unserer Zentralasienreise, dann ist es mein Reisegepäck auf ein Minimum zu reduzieren und schlau zu packen. Der 400€ Billigflug mit dem A380 beinhaltet nur Handgepäck aber trotz Motorradklamotten komme ich mit einem Rucksack aus, den Helm trage ich separat in einer Umhängetasche. Barbara und ich sind spät dran und als wir durch die 2. Sicherheitskontrolle durch sind, hat das Boarding bereits angefangen. Der Flug ist super angenehm und komfortabel, da wir in einem A380 sitzen und man hier selbst in der Economy ausreichend Beinfreiheit hat. Nach 11,5h Stunden landen wir Mittwochnachmittag in L.A. Die Einreise verläuft problemlos und 1,5 Stunden später sitzen wir im Uber Richtung Huntington Beach. Es ist später Nachmittag, die Sonne scheint, es hat 25°C. Glücksgefühle.

Meine Freundin Juliane ist bereits daheim und empfängt uns in ihrem Apartment. Noch am selben Abend holen wir die Bikes bei ihr in der Arbeit, die ca. 30 Minuten entfernt von Huntington Beach liegt. Barbara fährt die neue Yamaha Tazer 900, ich die S1000R und Juliane die Indian Scout Bobber. Nach 10 Minuten halten wir an einer Tankstelle und Juliane und ich tauschen die Bikes. Ich kenne die S1000R, bin sie bereits ein paar Mal gefahren, aber irgendwie taugt sie mir heute gar nicht. Juliane meint, ich soll die Scout probieren und was soll ich sagen: Es ist Liebe auf den ersten Meter. Die Scout und ich verschmelzen sofort. Sie sieht brutal aus, hat einen mega Sound und ich fühle mich arschcool. Was will man mehr?

Am nächsten Tag erkunden Barbara und ich zuerst Huntington, frühstücken einen Berg Pancakes und Eieromlett bei Ihop und beobachten anschließend die vielen Surfer vom Pier aus. Auch heute scheint die Sonne aber der Pazifik ist bestimmt eiskalt. Trotzdem liegen einige Surfer ohne Neoprenanzug im Wasser. Mich fröstelt es bei dem Anblick und ich bekomme eine Gänsehaut.

Am Nachmittag machen Barbara und ich eine kleine Spritztour am Pacific Coast Highway entlang und zu Roland Sands Design. Roland Sands und fast alle Mitarbeiter sind unten am Beach und bereiten das Festival „Moto Beach Classic“ vor. Sein Chef-Mechaniker Cameron hält im Laden die Stellung und gibt uns eine kleine Führung durch die Werkstatt. Zwischen den Umbauten steht auch eine Harley von Anthony Kiedis (zu verkaufen) und ein Umbau für Brad Pitt. Und die von den letzten Rennen sichtlich gezeichneten Maschinen, die am Wochenende beim Flat Track gefahren werden.

Es ist Freitag – heute haben wir uns mit zwei Freunden aus UK, Anthony Patridge und Helen Stanley, verabredet. Sie sind ebenfalls extra für die Moto Beach Classic nach L.A. gekommen. Wir hören sie, lange bevor sie in die Straße von Julianes Apartment einbiegen. Die Anlage der Indian Roadmaster ist auf Maximum aufgedreht. Es läuft AC/DC. Ant und Helen tragen Jeans, Shirt, Helm und Handschuhe. Die maximale Sicherheitsausrüstung eines amerikanischen Motorradfahrers. Wir nehmen den PCH1 Richtung Süden – leider wird hier das Wetter immer schlechter – dichter Nebel bahnt sich seinen Weg vom Pazifik aus Richtung Küste. In San Clemente halten wir an, essen am Pier zu Mittag und beobachten den Nebel, der mittlerweile fast am Strand angekommen ist und den halben Pier verschlungen hat. Seltsame Wetterkapriolen sind das. Wir fahren schleunigst zurück nach Huntington, dort scheint zum Glück wieder die Sonne und Barbara und ich genießen einen genialen und auch mega kitschigen Abendspaziergang am Strand.

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