Usbekistan Teil 2

Die Grenze nach Usbekistan ist keine 10 km vom Guesthouse entfernt. Mittlerweile sind Grenzübertritte Routine für uns und ich habe keine Angst mehr, beklaut oder grundlos verhaftet zu werden wie zu Beginn der Reise. Oft lassen wir alles am Bike und gehen nur noch mit unseren Papieren zur Passkontrolle.

Die Ausreise aus Kirgisistan kostet etwas Zeit, da wir bei der Passkontrolle anstehen müssen. Dann wollen sie den Beleg sehen, dass wir die Ökosteuer bezahlt haben – den Beleg hat aber Vincent und ich nur ein Foto davon. Bei der Einreise vor zwei Wochen meinte der kirgisische Zöllner, dass wir den Beleg nicht mehr brauchen. Da hat er sich geirrt. Sie wollen jetzt den Originalbeleg oder wir müssen nochmal zahlen. Sicher nicht, erklärt Roland den Zöllnern und er muss erst wieder laut werden, bevor sie mein Foto akzeptieren und wir zur usbekischen Grenze fahren dürfen.

Die Einreise diesmal nach Usbekisten verläuft easy, wir müssen das Bike quasi nicht verlassen. Ein Soldat sitzt draußen vor dem Gebäude, er trägt unsere Daten in sein Buch. Dann geben wir Kopien von Reisepass und Fahrzeugschein ab (das erste Mal, dass wie sie brauchen) und nachdem wir unser Bike bei der Ausreise um 180° gedreht haben und das Kennzeichen abgefilmt wurde, dürfen wir einreisen.

Kaum im Land beginnt das Hupen wieder. Autos die an uns vorbei fahren, Hupen zur Begrüßung, es wird aus dem Fenster gewunken und die Frauen werfen mir Handküsse zu. Kein Witz.

Irgendwann sieht Roland, dass es an seinem Navi eine Stunde früher ist als auf der Uhr im Cockpit. Oha, Taschkent liegt wohl in einer anderen Zeitzone.

Die Strecke nach Taschkent ist zäh. Zwar fahren wir auf sehr gutem Asphalt und überqueren sogar einen Pass auf über 2.000m aber der Verkehr ist ekelhaft. Viel zu viele Autos und vor allem Lkw. Überholen ist nicht immer möglich, da die Gegenfahrbahn genauso voll ist. Das schwülwarme Wetter drückt die Stimmung noch weiter nach unten.

Im Fergana Tal kaufen wir eine Wassermelone. Man hat uns gesagt, dass es hier die besten und süßesten Melonen gibt. Neben einem 6l Wasserkanister habe ich jetzt also noch eine Wassermelone als Sozius.

Nach 21 Uhr erreichen wir das schöne und ruhige Al Amin Guesthouse. Es liegt etwas außerhalb vom Zentrum. Wir können die Bikes im Innenhof parken, beziehen unser Zimmer und gehen nebenan im Usbekischen Biergarten essen bevor wir erschöpft ins Bett fallen.

Zurück in Osh

Den Weg nach Osh kennen wir teilweise  von unserem Ausflug nach Arslanbob. Nach vier Stunden unspektakulärer Fahrt kommen wir in Zukhovs Guesthouse an, wo unser Kirgisistan Abenteuer vor zwei Wochen begonnen hat. Wie gern würde ich alles genauso nochmal erleben, die vielen Bergpässe, die Nacht in der Jurte – nur die Gewitternacht am Yssykköl nicht.

Stas ist unterwegs und kommt erst spät abends, Anastassia empfängt uns und die Freude ist groß. Roland baut schnell die Front seiner nineT ab und geht damit zum Schweißer. Ich wasche Wäsche und arbeite am Rechner.

Am nächsten Tag verschlafen wir mal wieder und entscheiden beim Frühstück, noch einen Tag in Osh zu bleiben. Roland lässt seine Boots auf dem Basar reparieren, eine Schnalle ist abgerissen, die andere locker.

Abends bekommen wir von Sergej, einem Tourguide aus Almaty, super Tipps für Kasachstan. Er ist mit zwei Kunden hier im Guesthouse und rät uns dringend davon ab, durch Usbekistan und erst am Aralsee nach Kasachstan einzureisen. Wir sollen nördlich von Tashkent nach Schymkent fahren, über den nördlichen Aralsee nach Aktöbe und weiter nach Oral hoch und dann erst wieder südlich nach Astrachan in Russland. Auf der Karte sieht es aus wie ein riesen Umweg, es sind aber nur 300 km mehr und diese Straße sei neu, wir kommen viel schneller voran

Ich bin zuerst dagegen, ich wollte unbedingt zum südlichen Teil des Aralsee und die Schiffwracks sehen. Roland erinnert mich, dass wir genug schlechte Straßen durch die heiße Wüste Usbekistans gefahren sind und ich stimme etwas enttäuscht der neuen Route zu. Wir suchen uns noch ein Guesthouse in Taschkent heraus und gehen früh ins Bett. Morgen wird ein langer Tag, mit Grenzübergang und vielen Kilometern.

Eine schlechte und eine gute Nachricht

Wenn du morgens das Zelt aufmachst, und dich eine Kuh anschaut. Unbezahlbar. Nach dem Frühstück gehen wir baden, also uns waschen, packen zusammen und fahren los. Entweder schaffen wir es heute über die Grenze nach Usbekistan oder wir bleiben noch mal eine Nacht in Kirgisistan.

Auch heute ist es mit 37°C wieder heiß. Was waren das doch für angenehme Temperaturen in den Bergen.
Nach einigen Kilometern passieren wir die Toktogul Talsperre, die größte in Kirgisistan. Die Nutzung des Wassers und ist seit vielen Jahrzehnten ein grosser Streitpunkt zwischen Usbekistan und Kirgisistan, immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden Staaten obwohl eigentlich eine klare Vereinbarung besteht.

Im Ort Taschkomür entscheiden wir, dass wir heute noch mal in Kirgisistan zelten und erst morgen ganz gemütlich über die Grenze fahren. Nachdem wir unsere Vorräte eingekauft haben, suchen wir uns einen Platz am Fluss Naryn und finden eine Stelle unter einem Baum neben einem bewirtschafteten Strandabschnitt. Der Fluss selbst lädt nicht zu einem ausgebiegigen Bad ein, er ist trüb von Sand und Schlamm. Roland hat die Idee, dass wir uns mit den Stühlen ins Wasser setzen und dort unser Bier trinken. Mallorca Pauschaltourismus lässt grüßen. Gerade als wir das zweite Bier öffnen, kommt ein Mann zu uns. Er sagt, dass ihm das Restaurant drüben gehört und wir dort essen und auch campen können. Hier wo wir jetzt stehen, ist es nicht sicher. Aha. Wir sehen ihn neugierig an. Die Polizei hätte den Abschnitt hier gesperrt. Weil… Er macht eine Pause… hier gestern jemand gestorben ist. Roland und ich sehen uns an. Wir müssen beide ein Lachen unterdrücken. Interessante Geschäftsmethoden. Ich glaube ihm zum Glück kein Wort. Wir sagen, dass wir später vielleicht zum Essen rüber kommen und er geht wieder.

Von den Bier ein bisschen abgedüdelt, bekommen wir Hunger aber ich bin zu faul zu kochen. Also gehen wir doch rüber. Der Mann ist gerade nicht da aber seine Frau nimmt unsere Bestellung entgegen. 1x Fish&Chips und für mich Chips&Gemüse. Dauert ca. 1 Stunde weil alles frisch zubereitet wird. Auch die Chips, hauchdünn geschnittene und frittierte Kartoffelscheiben. Es schmeckt vorzüglich.

Wir unterhalten uns mit dem Mann über unsere Reise und erzählen, dass wir morgen in Uchkorgan über die Grenze nach Usbekistan fahren. Das geht nicht sagt er. Die Grenze ist nur für Einheimische. Wie bitte? Das kann ja wohl nicht wahr sein. Und jetzt? Wo müssen wir dann hin? Wir sind leicht genervt. 240km weiter nach Ost meint er. Roland und ich gucken uns an. Osh! Zu Stas und Anastasia? Ach, das ist ja super. Der kleine Umweg von 240km ist kein Problem, zu den beiden fahren wie gern wieder hin. Zumal Roland sowieso die Halterung an seinem Scheinwerfer schweißen muss und er genau weiß, wo er das in Osh machen lässt.

Wir trinken noch zwei Arpa Bier im Sonnenuntergang. Der Mond geht auf, verschwindet aber auch gleich wieder. Das ist mir in Tajikistan auch schon aufgefallen. Ab halb 11 ungefähr sieht man nur noch Sterne am Himmel.

Der Toktogul See

Ich bin für meine Verhältnisse früh wach. Noch vor 8 Uhr sitze ich im Fluss und wasche meine Haare und den Rest im eiskalten Wasser. Brainfreeze inklusive.

Danach wecke ich Roland auf und setze mich vor unser Zelt und lasse die Haare trocknen. Einer der Jungs kommt vorbei, es ist der kleinste von den Dreien. Ich schaue auf mein Handy, es ist 9 Uhr. Oha der ist aber früh dran. 10 Uhr was ausgemacht. Er gibt mir zwei Tüten, in der einen sind zwei große Fladenbrote, in der anderen mindesten 20 kleine Äpfel. Ich geb ihm das Geld, wir verabschieden uns und er geht. 10 Minuten später steht er mit einem Glas Honig vor uns. Herrgott, geht das heute wieder los? Vermutlich schicken ihn seine Eltern, verkauf an die verrückten Touristen auf unserer Wiese so viel wie geht! Da wir gestern schon 1kg Honig gekauft haben, muss ich ablehnen, auch wenn er mir ein bisschen leid tut.

Roland schicke ich an den Fluss zum Waschen, während ich Kaffee koche. Wir frühstücken, als der ältere Junge von gestern auftaucht. In der Hand eine Tüte mit zwei Fladenbroten. Ne oder? Dieser kleine Schlawiner von 9 Uhr. Er hat seinen Kumpel ausgetrickst und uns einfach früher die Brote gebracht und das Geld alleine kassiert. Chapeau! Ich bringe es aber nicht übers Herz, ihn und seine Brote ohne Bezahlung wegzuschicken. Ich nehme eines und er bekommt 1$. Da ich merke, dass er nicht ganz happy ist, zeige auf die beiden Brote vor mir, sage Sorry und zucke mit den Schultern.

Der Honig ist unglaublich lecker, aber trotzdem schaffen wir gerademal die Hälfte von einem Brot. Die restlichen Brote packe ich ganz unten in mein Bag und ich hoffe, dass sie bis heute Abend durchhalten.

Roland hat die Idee, den Honig in eine 1l Wasserflasche zu füllen, so lässt er sich viel sicherer transportieren als in dem Glas mit dem windigen Deckel. Endlich kommt der kleine Trichter zum Einsatz und Roland füllt den Honig erfolgreich um.

Bei strahlendem Sonnenschein setzen wir unsere Fahrt Richtung Toktogul fort. Wie gestern führt er durch saftig grüne Wiesen. Wir machen kaum Höhenmeter, bleiben immer auf ca. 1.900m und bis auf ein paar anspruchsvolle Passagen zu Beginn ist der Track easy fahrbar. Ein breiter Feldweg, der sich um einen Berg nach dem anderen schlängelt.

Am Nachmittag haben wir die Berge des Suusamyrtoo durchfahren. Ab jetzt geht es auf Asphalt weiter. Die Landschaft wird trockener und es ist ziemlich warm, um die 35°C. Die Straße schlängelt sich durch dunkelbraune Berge und recht bald sehen wir zum ersten mal den Toktogul See. Die Kombination aus der erdigen Landschaft und dem tiefblauen Wasser ist gigantisch. Wir umfahren den See von Ost nach West und finden auf der Westseite ein kleines Restaurant. Roland hat Lust auf Fisch. Wir parken unsere Bikes und sehen zwei GS, die sich hinter einem LKW versteckt hatten. Prima, dann sind wir hier genau richtig. Wir betreten die Terrasse und der Blick auf den See haut uns fast um. Wir setzen uns an einen Tisch, außer den beiden GS Fahrern und uns gibt es keine weiteren Gäste. Der eine Fahrer hilft uns gleich bei der Bestellung, da er Russisch spricht. Die beiden kommen aus Sofia. Der eine sieht aus wie ein Model aus dem Feuerwehrmann Kalender. Groß und muskulös, dunkles volles Haar, blaue Augen, perfekt kontuierter Bart. Der andere hat eine ähnliche muskulöse Statur, trägt einen wilden 5-Tage-Bart und ein Military Bandana auf dem Kopf. Der könnte eine Nebenrolle in einem Rambo Film spielen. Beide machen aber ganz was anderes, sie sind Zahnärzte. Ich fasse es nicht. Sie erzählen, dass sie in Tajikistan jemandem einen kaputten Zahn gezogen haben. Mit Narkose. Patient lebt noch, meinen sie und lachen. Unser Essen kommt, Roland hat eine gebratene Lachsforelle aus dem See und ich… Salat. Die beiden Jungs verabschieden sich und wir genießen unser Essen mit Blick auf den See.

Die Suche nach einem Zeltplatz am See ist nicht ganz so einfach, da es kaum sichtbare Zugänge zum Ufer gibt. Als wir endlich einen Weg hinunter finden, stehen am Strand bereits drei Autos mit Familien. Und zwar direkt am Strand, keinen halben Meter vom Wasser entfernt. Wir parken etwas oberhalb auf der Wiese und warten noch etwas mit dem Zelt-Aufbauen. Die Familien packen nach und nach zusammen und steigen in die Autos. In einen normalen Pkw quetschen sich 9 Personen, 4 Erwachsene und 5 Kinder. Unfassbar.

Als wir endlich alleine sind, bauen wir das Zelt auf, setzen uns in die Stühle und trinken unser zum Glück noch kaltes Bier, während wir den Sonnenuntergang beobachten. Allerdings sind wir nicht lange alleine. Kühe machen ihren Abendspaziergang am Ufer und fressen die Reste der Wassermelonen, die die Familien am Strand liegen gelassen haben. Na hoffentlich gibt das morgen keine rosa Milch…

1kg kirgisischer Honig

Wir haben fantastisch geschlafen und ich freu mich, als ich beim Aufwachen das laute Rauschen des Flusses höre. Wir haben bisher immer super Plätze zum campen gefunden und am liebsten ist es mir natürlich an einem Fluss oder See. Ein Bad morgens im kalten Wasser ist der beste Start in den Tag.

Die Bäume um uns herum bieten gut Schatten, so dass wir uns Zeit lassen mit der Abreise. Es ist ein wunderschöner Tag, heiss und es sieht nicht nach Regen aus. Unser Ziel ist der Toktogul See ganz im Westen von Kirgisistan, je nachdem wie die Strecke beschaffen ist, werden wir eventuell irgendwo auf dem Weg nochmal übernachten müssen.

Anfangs durchfahren wir einen Canyon auf bestem Asphalt. Greifvögel ziehen über uns ihre Kreise und Esel und Pferde kreuzen unseren Weg. Leider müssen wir aufgrund von Straßenbauarbeiten nach 40 km umdrehen, aber der Canyon ist es wert, ihn zweimal zu durchfahren.

Danach nehmen wir eine andere Route und fahren auf Schotter durch ein Tal weiter nördlich. Nachdem wir über eine Stunde weder Auto noch Mensch noch Tier gesehen haben, kommen uns zwei Fahrradfahrer entgegen. Es sind Annabelle und Sascha, die wir in Dushanbe und dann in Osh gesehen hatten. Was für ein Zufall, die Freude ist groß. Ihren kleinen Findelhund Ginny haben sie vor Bishkek bei einer Nomadenfamilie unterbracht. Wir tauschen unsere Erfahrungen der letzten Tage aus und diverse Routentipps, dann fahren wir wieder weiter. Annabelle schreibt ebenfalls einen Blog über ihre Reise mit dem Rad nach Neuseeland. Den Blog findet ihr hier

Der Track führt immer weiter bergauf und in eine nicht enden wollende Bergkette hinein. Um uns herum ist mittlerweile alles grün, die Wiesen und Berghänge. Entsprechend viele Jurten und Herden sehen wir, die Gegend hier ist die perfekte Sommerweide. Sobald Kinder uns hören, rennen sie von der Jurte so schnell sie können Richtung Straße und wollen, dass wir mit der Hand abklatschen. Wenn es klappt, lachen sie laut und hüpfen vor Freude.

Immer wieder durchfahren wir kleine Bergflüsse. Ich liebe Wasserdurchfahrten! Durch eine riesen Pfütze lasse ich allerdings Roland mein Bike fahren. Der Untergrund ist super schlammig und da ich Zicki kaum halten kann wenn sie kippt, gehe ich lieber kein Risiko ein.

Wir haben heute den ganzen Tag noch keinen Minimarkt gesehen. Wo auch! Wir waren immer auf kleinen Tracks in den Bergen unterwegs. Zahlen hätten wir sowieso nur mit Dollar können, da wir absolut blank sind. Kein einziger Som mehr in unserem Geldbeutel. Fürs Abendessen hab ich noch eine Portion Pasta mit Sauce, aber sonst nichts mehr.

Es dämmert als wir durch ein Dorf, das an einem breiten Fluss liegt, fahren, aber leider gibt es hier keinen Shop. Dann fällt das Frühstück morgen eben aus. Wir suchen uns einen Platz auf einem gemähten Stück Wiese ca. 100m nach dem letzten Haus mit Zugang zum Fluss. Unten stehen drei Jungs und angeln.

Gerade als alles aufgebaut und die Pasta fertig ist, besuchen uns die drei Jungs. Mit dem Handy in der Hand und google Translator entsteht eine kleine Unterhaltung, wie wir heißen und woher wir kommen. Roland fragt, ob sie einen Fisch gefangen haben. Der älteste verneint. Sie gehen wieder weg und wir essen fertig.

Kurze Zeit später stehen sie wieder da, der älteste hat ein 1kg Glas Honig in der Hand. Wir hatten heute überall Bienenkästen gesehen. Kein Wunder, die Umgebung hier ist perfekt für Imker und ihre Bienen. Die Wiesen sind voller blühender Wildblumen. Der Junge möchte uns das Glas Honig verkaufen. Für 500 Som. Haben wir leider nicht. Nur Dollar. 10$ sagt er. Oha, den schlechten Wechselkurs kennen wir doch schon vom Zoll. Wir lieben Honig und wollten uns bereits vor ein paar Tagen welchen auf dem Markt kaufen, der war uns aber zu teuer. Ich sage zu Roland, hey wenn die uns morgen Früh Brot bringen, nehmen wir den Honig. Abgemacht. Ich tippe in sein Handy: Bringt ihr uns morgen Früh Brot? Ja, die Antwort. 2 Fladenbrote für 2$. Wucher! Der kleine ist ein dreister Geschäftsmann. Ach egal denke ich mir und sehe es von der positiven Seite: er ist tüchtig und engagiert und wir bekommen Frühstück. Also nehmen wir das Glas und er die 10$. Als letztes tippe ich in sein Handy: Das ist sehr sehr viel Geld, zeige es allen und schaue ihnen tief in die Augen. Alle drei nicken. Erziehungsauftrag erfüllt. Zuletzt schreibt er: Tomorrow 10am there will be food. Und sie gehen wieder. Roland betrachtet das große Glas Honig. Wie sollen wir das nur in unserem übervollen Gepäck unterbringen.

Keine fünf Minuten später stehen die Jungs erneut vor uns und ein älteres Mädchen ist auch dabei. Sie laden uns zu sich nach Hause ein. Es wird kalt Nachts schreibt sie in ihr Handy. Wir antworten, wir haben einen dicken Schlafsack, ich öffne das Zelt und einer der Jungs krabbelt sofort rein und begutachtet Isomatte und Schlafsack. Sie schreibt: Aber es gibt hier auch einen Wolf. Die Jungs heulen dramatisch. Ok, gleich haben sie mich. Jetzt noch eine Vampirgeschichte und ich ziehe um. Roland lacht, lehnt nochmal ab, wir sagen ihnen gute Nacht und hoffen, das war ihr letzter Besuch heute.

Es ist längst Nacht. Wir setzen uns mit unserem Bergquell-Wasser, in dem Roland eine Multivitamin Tablette aufgelöst hat, in die Stühle und sehen in den Sternen-Himmel. Mehrere Sternschnuppen fallen vom Himmel und ich schicke schnell ein paar Wünsche nach oben. Was ich mir gewünscht habe, verrate ich nicht. Sonst geht es ja nicht in Erfüllung.

Eine weitere Nacht unter freiem Himmel

Wir haben die Gewitternacht heil überstanden. Es hat aufgehört zu regnen, es weht nur noch ein kräftiger Wind, der den sonst so ruhigen Yssykköl aufwühlt. Wellen schlagen ans Ufer wie am Meer.

Wir packen zusammen und frühstücken, als es doch wieder anfängt zu regnen. Also legen wir unseren Regenkombi zurecht, frühstücken zu Ende, bauen das Zelt ab und beladen die Bikes.

Gute zwei Stunden fahren wir im Regen, zuerst am See entlang bis zu seinem westlichen Ende und dann über eine kaum befahrene Offroad Strecke, die über die malerische Ortotokoi Talsperre führt. Hier knacken wir die 16.000 km und ich werfe mich zur Feier des Tages in meinen Bikini (Foto folgt). Die weitere Route führt nördlich am Songköl vorbei, eine Bergkette versperrt allerdings die Sicht auf den See.

Rolands Bike sieht mittlerweile aus, als wäre er im Obi durch die Haushaltswaren-Abteilung gefahren und die hatten grad eine Laura Ashley  Sonderedition im Verkauf. Am linken Bag hängen ein türkisfarbener Trichter, eine pinke Bürste und ein orangefarbener Lappen. Ich bin gespannt, was er als nächstes hin hängt.

In einem kleinen Dorf kaufen wir unsere Vorräte für das Abendessen ein und ich fasse es nicht, als die Verkäuferin zu einem Abacus greift, um die Lebensmittel zusammen zu zählen. Kassen sieht man hier eh nie außer in den großen Supermärkten. Alle kleinen Läden benutzen einen Taschenrechner. Aber ein Abacus?

Der Abacus wurde vor Tausenden von Jahren vermutlich in Zentralasien erfunden. Die russische Version heißt Stschoty, war bis in die späten 90er Jahre weit verbreitet und wurde selbst in Postfilialen oder Ämtern so lange genutzt. Und hier in dem kleinen Bergdorf bis heute.

Gegen 19.30 Uhr suchen wir uns einen Platz zum Zelten und finden an einem Fluss das passende Fleckchen. Umringt von Bäumen kann uns niemand sehen und wir haben einen super Ausblick auf die Felsen am gegenüberliegenden Ufer. In der Dunkelheit werfen die von den Autos angeleuchteten Bäume mysteriöse Schatten an die Felsen. Hundert Milliarden Sterne funkeln am Himmel und der Fluss rauscht. Es ist mal wieder ein perfekter Abend in Kirgisistan.

Der Yssykköl lässt uns nicht los

Vor der Abreise pflücke ich ein paar Aprikosen vom Baum im Hotelgarten als Proviant für den Tag. Unser Urlaub ist zu Ende, jetzt wird wieder gereist.

Wir nehmen wieder die südliche Straße am See entlang und biegen bei Barskoon ab in die Berge. Die Offroad Straße 364 führt zu einer Goldmine, die seit Jahrzehnten an Kanada verpachtet ist. Die Straße wird gut gepflegt und mehrmals am Tag gewässert, d.h. es gibt keinen Staub und man kann locker 100 km/h fahren.

Die Straße führt durch ein Tal, das auch in der Schweiz liegen könnte. Hohe Nadelbäume, grüne Wiesen und Hänge, ein glasklarer Bach verläuft neben dem Track. Immer wieder sehen wir kleine Herden Pferde und Kühe. Wir passieren eine Schranke und fahren nun eine Serpentine den Berg hoch. 20 Minuten später sind wir auf knapp 4.000 m. Rechts und links von uns Schnee auf den Gipfeln. Das ging mal wieder ratzfatz. Das Wetter ist allerdings nicht mehr so schön wie am See, es ist kalt und es nieselt. Roland macht daher den Vorschlag, umzudrehen, wieder zum See zu fahren und dort irgendwo zu campen. Einverstanden.

Zurück am See kaufen wir Vorräte ein und suchen uns einen schönen Platz am Strand. Wir entdecken eine wunderschöne Stelle mit Sandstrand ein Stück abseits der Straße, kleinere Bäume bieten etwas Schutz. Leider liegt auch hier überall Müll. Es ist eine Schande, wie manche Menschen die Natur zerstören. Während ich unsere Pasta zubereite, entfernt Roland Plastikflaschen aus dem Wasser und vom Strand.

Gerade als wir fertig sind mit Essen beginnt es auch hier zu regnen. Wir hatten die dunklen Wolken über dem See bereits für längere Zeit beobachtet und zuerst sah es so aus, als ob sie vorbeiziehen. Leider nicht. Wir trinken unser Bier aus, überprüfen, dass unsere Bags am Bike ordentlich verschlossen sind und gehen ins Zelt.

Aus dem Regen wir ein ordentliches Gewitter. Es blitzt und donnert heftig und der starke Wind rüttelt am Zelt. Hoffentlich ist es dicht, es schüttet aus Eimern. Wir liegen im Schlafsack und beobachten, wie der Blitz immer wieder kurz das Zelt erhellt. Ich zähle „1“ und es donnert. Das Gewitter ist quasi über uns. Ich muss zugeben, so ganz wohl ist mir nicht. Roland nimmt meine Hand und versucht mich zu beruhigen und meint, wie unwahrscheinlich es ist, dass ausgerechnet wir hier vom Blitz getroffen werden. Und es ist doch viel besser bei Gewitter am See zu zelten als in den Bergen. Ein schwacher Trost aber irgendwann siegt die Müdigkeit über die Angst und ich schlafe ein.

Die erste echte Pause am Yssykköl

Seit unserer Abreise vor 8 Wochen sind wir inklusive heute an genau 10 Tagen nicht Motorrad gefahren. Das heißt aber nicht, dass wir an diesem Tagen nichts unternommen haben. Roland ist rastlos. Vor allem wenn er sich ein Ziel gesetzt hat, und das war in unserem Fall, den Yssykköl -unseren östlichsten Punkt der Reise- zu erreichen. Ich hatte nie Zweifel daran, dass wir das schaffen. Roland irgendwie schon. Immer wenn ich an einem Ort einen Tag bleiben wollte, hat er zur Weiterfahrt gedrängt. Sonst sehen wir den See nie seine Sorge. Nun sind wir also hier.

Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von Vincent. Ein bisschen haben wir, glaub ich, auf ihn abgefärbt, denn eigentlich fährt er spätestens um 8 Uhr los, wenn er alleine reist. Heute wird es 11 Uhr. Rolands und meine Uhrzeit. Oh je, hoffentlich diszipliniert sich Vincent wieder, sonst schafft er es nie bis Ende August über Moskau, Riga und Berlin nach Frankreich zurück. Die vergangenen 11 Tage sind wir zusammen gereist, die Zeit ist wie im Flug vergangen.

Roland und ich gehen zum Strand und sofort ins Wasser. Der Yssykköl See -übersetzt „heißer See“ – hat trotz der hohen Lage auf 1.600 m und Tiefe von 270 m eine angenehme Temperatur, aufgrund von unterirdischen warmen Quellen. Überhaupt geht da einiges ab unter der Wasseroberfläche. Putin soll hier ein U-Boot liegen haben und anscheinend befinden sich auch zwei überflutete Stadtruinen im See.

Wir treffen Sergej und seine Frau Irina und legen uns dort auf zwei Liegen. Und es passiert folgendes: Roland nimmt ein Buch und liest. Nach ein paar Seiten schläft er ein. Roland entspannt. Ich kann es kaum glauben. Wir werden heute nichts tun außer lesen, schwimmen, schlafen und essen. Nicht Motorrad fahren oder Sightseeing oder irgendetwas anderes außerhalb des Resorts unternehmen. Wir haben heute Pause. Und das feiern wir abends mit ein paar Bier am Strand und sehen uns dabei den Sonnenuntergang an. Schön kitschig.

Am nächsten Tag verlängern wir unser Zimmer um eine Nacht. Roland will das so. Ihm gefällt es hier. Der Strand ist schön, das Wasser herrlich, das Essen schmeckt super und das Bier ist günstig.

Nach ein paar Stunden am Strand fahren wir mit den Motorrädern am Spätnachmittag in das 50 km entfernte Karakol – zwei Tage gar nichts tun geht dann doch nicht. In Karakol sehen wir uns die wunderschöne Russisch-Orthodoxe Holz-Kirche an und kaufen Lebensmittel ein. Da Karakol Ausgangspunkt für Touren auf die hohen Gipfel des Tien Shan ist, gibt es hier viele Touristen und in den Märkten entsprechende Produkte. Ich finde Espressopulver für unsere Bialetti. Endlich!

Den Abend verbringen wir wieder am Strand und planen den nächsten Tag. Die Route führt nach Westen. Ab morgen geht’s zurück Richtung Heimat.

6 Stunden für 50 km: der Tosor Pass

Ich wache auf und mein erster Gedanke gilt dem Fluss, den wir heute durchqueren müssen. Ich hab keine Angst, zu fallen oder nass zu werden, aber ich möchte gern, dass meine elektronischen Geräte und die Dokumente, das Carnet de Passages und unsere Ausweise, trocken bleiben und nicht leiden. Also wird alles doppelt in Tüten gepackt, auch wenn meine Taschen laut Hersteller absolut wasserdicht sein sollen.

Gibek und die beiden Männer sind bereits wach und arbeiten in dem kleinen Zelt nebenan. Tulu sitzt vor einer kleinen Zentrifuge und dreht und dreht und dreht. Er trennt „Moloko“ also Milch und „Smetana“. Rechts läuft die Milch, links Smetana ab.

Der Himmel ist klar und die Sonne scheint. Nach dem Frühstück, das bis auf die Marmelade, die jetzt aus roten Beeren ist, genau wie das Abendessen ausfällt, beladen wir unsere Bikes. Wider Erwartens hat es gestern nicht geregnet, die Bikes sind trocken. Noch.

Als wir uns verabschieden, zeigt uns Ulan den richtigen Weg über den Fluss und der ist total easy machbar. Was für ein Glück. Happy setzen wir unsere Fahrt fort. Mindestens 50 km sind es bis zum Issykul und noch haben wir den höchsten Punkt des Passes nicht erreicht. Der Track ist wie gestern steinig und eng, da ich aber eine viel bessere Sicht habe, fährt es sich leichter. Ich fahre wieder voraus, durchquere einige kleine Flüsse hochmotiviert und werde mutiger. Beim vierten oder fünften Fluss passiert es. Ich fahre auf einen großen Stein, es reisst mein Vorderrad rum und es schmeißt mich nach rechts. Zicki und ich liegen im Wasser. Roland und Vincent eilen herbei und wir versuchen, Zicki aufzuheben. Sie hat sich blöderweise verkeilt und es braucht ein paar Versuche, bis sie wieder steht. Ich bin pitschnass. Ich liebe meine absolut wasserdichten Daytona Boots aber hier haben selbst sie keine Chance. Das kalte Wasser schiesst von oben literweise in meine Stiefel.

Zicki steht, lässt sich aber weder vor noch zurück bewegen. Sowohl vor dem Vorderrad als auch Hinterrad erfühlt Roland einen großen Stein, der sich leider nicht entfernen lässt. Also müssen wir das Bike über das Vorderrad nach rechts heben. Hat geklappt. Vorne ist sie frei. Jetzt kann ich versuchen, sie rauszufahren. Ich sitze auf, gebe Gas und die Männer schieben. Mit lautem Motorheulen und Druck von hinten klappt es, Zicki und ich sind „an Land“.

Als nächstes fährt Vincent durch und bleibt ebenfalls in der Mitte des Flusses stecken, fällt aber nicht, da Roland immer noch im Fluss steht, Vincents GS packt und mit raus schiebt. Roland selbst fährt als letzter, bzw. läuft. Er lässt die Füße sicherheitshalber gleich im Wasser, sie sind ja eh schon nass.

Für mich ist es das erste Mal. Fallen im Fluss und den ganzen Tag pitschnass weiter fahren. Ich leere das Wasser aus beiden Stiefeln aus und hoffe, dass der Rest irgendwie während der Fahrt trocknet. Denkst du! Es ist viel zu kalt. 8°C hat es mittlerweile. Die Griffheizung läuft auf höchster Stufe und schafft es wenigstens meine Handschuhe von unten zu trocknen und die Hände zu wärmen.

Die folgenden Flüsse gehen wir zuerst ab bevor wir sie durchfahren. Einige sind ziemlich breit und haben viel Wasser, Ein- und Ausfahrt sind oft sehr hoch aber mit vereinten Kräften schaffen wir alle ohne weitere Stürze.

Auf einem relativ geraden Stück überholen wir zwei Jungs auf einem Esel. Was machen die beiden hier? Im absoluten Nirgendwo. Keine Jurte, kein Zelt weit und breit zu sehen. Absolut nichts. In solchen Momenten ärgert es mich, dass ich kein Russisch spreche. Zugern würde ich sie fragen, was sie hier treiben.

Dann folgt der eigentliche Anstieg auf den Pass. Die Straße ist steil und unwegsam, überall große Steine, ich finde keine ordentliche Spur und falle ein paar Mal. Vincent ebenfalls, er verliert mehrmals seinen linken Koffer, der sowieso nur noch mit einem Zurrgurt und einer Yak Schnur befestigt ist. Er flucht schon seit Tagen über die Alukoffer und will sich Softbags kaufen, wie wir sie haben, wenn er zurück in Frankreich ist. Macht mehr Sinn, meint er. Er fällt ja so oft.

Roland kämpft sich ebenfalls hoch, schafft es aber bis zum Pass ohne Sturz. Laufen muss er trotzdem viel, weil er abwechselnd Vincent und mir beim Aufheben des Bikes hilft. Die Passhöhe beträgt 3.890 m. Es hat 5°C, der Wind pfeift und viele Wolken hängen in den umliegenden Gipfeln. Wie gewohnt um uns herum Gletscher, sowie ein smaragdgrüner kleiner See unterhalb des Tracks. Geschafft. Es ist der 4. Tag ohne Dusche, ich stecke seit 48 Stunden in den gleichen Klamotten, ich bin pitschnass, erschöpft und friere. Und trotzdem fühle ich mich großartig. Die letzten 2 Tage waren das Abenteuer, das ist eigentlich am Pamir Highway erwartet und heute in Kirgisistan gefunden habe.

Wie so oft, wenn man rauf fährt, muss man auch wieder runter. Der Issykul See liegt auf 1.600m. Die folgenden zwei Stunden fahren wir eine zuerst sehr steile Etappe, wieder mit viel Geröll und später eine wunderbar festgefahrene Serpentine den Berg hinab. Es nieselt zuerst leicht, hört aber dann irgendwann auf. Je weiter wir nach unten kommen, desto grüner wird es. Die letzte Etappe führt durch einen Canyon und ist sehr sandig, hier legt Roland sein Bike kurz ins Gebüsch. Na endlich, Danke für die Solidarität.

Es ist später Nachmittag, als wir in Tamra am See ankommen und wir schaffen es alle zur Tankstelle. Die Befürchtung von gestern, der Sprit könnte nicht reichen, hat sich Gottseidank nicht bewahrheitet. Für die 50 km bis hierher haben wir knapp 6 Stunden benötigt. Was für ein Trip!

Bis zum Camping in der Nähe von Kyzyl-Suu sind es noch 50 km. Ich fahre hinter Vincent, Roland am Schluss. Als wir durch einen Ort fahren, werden Vincent und ich von der der Polizei rausgewunken – zurecht. Wir waren etwas zu schnell. So ein Mist. Die Polizei hier ist äußerst korrupt und bekannt dafür, auch gern Radargeräte zu manipulieren, um mehr abzukassieren. Ich ziehe Helm und Jacke aus, gehe zum Polizeiauto. Normalerweise versuche ich in einer solchen Situation die Frauenkarte zu spielen, heute ist es eher dir Mitleidsnummer mit meinen fettigen Haaren und verschmutzen Klamotten.
Der eine Polizist schaut mich an, sagt irgendwas von Tourist und winkt mich weiter. Der andere reibt Daumen und Zeigefinger. Geld? Sicher nicht. Ich zucke mit dem Schultern, drehe mich um und gehe. Vincent ebenfalls. Nochmal Glück gehabt.

Es ist heiss am See, fast 30°C. Eben noch in der Kälte und jetzt die Hitze. Ich fühle mich langsam unwohl, will endlich irgendwo ankommen, meine dreckigen Klamotten loswerden und duschen. In Kyzyl-Suu biegen wir von der Hauptstraße ab. Es folgen 20 km Arschbrett mit Sand. Das darf doch wohl nicht wahr sein. Meine Nerven liegen blank und Roland steht es auch schon bis zum Hals. Zu allem Überfluss finden wir den Campingplatz nicht und keiner kann uns helfen. Ich bin kurz vor dem Durchdrehen. Ein junger Kirgise spricht englisch und er empfiehlt uns das Natali Resort in 3 km. Ein Resort. Mir ist inzwischen alles egal. Wir fahren weitere 3 km Arschbrett. Als wir gerade mit der Dame am Eingang versuchen zu verhandeln, die kein Wort Englisch spricht, kommt ein Mann auf uns zu. Sein Name ist Sergej, er ist Deutsch-Russe und lebt in Bielefeld. Sergej macht uns 2 Zimmer klar. Ihn hat der Himmel geschickt!

Unser Doppelzimmer kostet 27$/Nacht. Was für ein Schnäppchen. Wir checken ein und keine 5 Minuten später stehe ich unter der warmen Dusche. Endlich Haare waschen, frische Kleidung anziehen und zum Abendessen gibt es Pizza. Was für ein Kontrast, aber zum Glück kann ich beides genießen: das wilde Leben in den Bergen und Komfort im Resort.